Witwe Bolte

Steaks

Witwe Bolte
Gutenberggasse 13
1070 Wien

Wenn man wiederholt - und erfolglos - versucht ehemalige Arbeitskollegen auf einen Plausch zu treffen, dann hilft nur mehr eins: Motivation durch den Vorschlag Steak essen zu gehen. Und hinterhältig wie ich nunmal bin, verwende ich solche Gelegenheiten natürlich auch gleich für einen weiteren Test:

Die Witwe Bolte ist ein gutbürgerliches (tolles Wort) Restaurant am Spittelberg. Beim ersten vorbeigehen könnte man meinen es sei eine Touristenfalle. Dem ist aber wenn überhaupt, nur im positivsten Sinn so.

Die Speisekarte hat Buchform (ich weiß, Gourmets bricht jetzt der kalte Schweiß aus), für Weinliebhaber gibts zusätzlich noch ein Extrabuch (das wird die Gourmets jetzt wieder freuen). Ich hatte eigentlich schon eine fixe Idee welches Steak ich mir nehmen würde, nämlich ein Filetsteak “Lehrer Lämpel”: in Rotweinsauce, Kren-Ei und Apfel-Erdäpfelgratin. Leider folgt aber auch die Witwe Bolte Webseite hier der alten Tradition, dass Restaurants unter gar keinen Umständen fertige und brauchbare Webseiten haben dürfen - das Steak gabs nämlich nicht mehr.

Gut, also doch das Buch studiert und dann ein Filetsteak in Cognacsauce mit Sellerie-Erdapfelpüree und Broccoli-Röschen bestellt. Wie der Zufall es wollte kam mein Gegenüber auf die gleiche Idee was uns Gelegenheit gab, gleich zwei Meinungen einzuholen. Einziger Unterschied: meins wie immer medium, seins medium rare. Kostenpunkt: € 18,50.

Am Teller sehr schön arrangiert kamen die Steaks dann auch - im ersten Moment hatte ich allerdings schon Befürchtungen, dass es eine Spur zu wenig Beilagen gab. Dem war aber nicht so - das Püree war warm und sehr gut, der Broccoli etwas erkaltet und resch, aber auch sehr gut. Besonderer Höhepunkt: auf dem Teller war keine Kräuterbutter! Am liebsten hätte ich mir den Koch sofort zum Mitnehmen einpacken lassen.

Das Steak war dann aber auch eine Klasse für sich. Obschon es von der Farbe her nicht wirklich nach medium aussah war es geschmacklich sehr gut und saftig. Offensichtlich sind hier die üblichen Selbstbeweihräucherungen von welchen glücklich geborenen und noch glücklicher gestorbenen Rindern von denen das verwendete Fleisch herkommt einmal nicht übertrieben. Mein Gegenüber war von der Qualität und der medium rare Ausführung übrigens auch sehr angetan. Also merken: das nächste Steak dort medium rare.

Alles in allem waren wir beide sehr angetan und werden auf jeden Fall noch die anderen Steaks der Karte ausprobieren.

8/10

P.S.: Rippmaster verweigerte die Teilnahme an diesem Ereignis mit der Ausrede, dass es griechischen Bauernsalat von Muttern gäbe… ich hoffe er leidet wenn er die Bewertung liest!



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